Pastorale Orientierungen
Zum Fest der Taufe des Herrn am 11. Januar 2026 setzte Herr Erzbischof Herwig Gössl neue „Pastorale Orientierungen“ in Kraft. Sie zeigen zentrale Entwicklungslinien für die Zukunft der Pastoral im Erzbistum Bamberg auf und verstehen sich als Fortschreibung des Pastoralplans „Den Aufbruch wagen – heute!“, der am 9. Januar 2005 veröffentlicht wurde. Diese neuen Impulse sollen praktisch interpretiert und erprobt sowie durch Rückmeldungen aus der Praxis fortgeschrieben werden. Sie markieren zugleich den Auftakt des pastoralen Bistumsprozesses „Entscheiden und Handeln: Für eine Kirche mit Zukunft“, im Zuge dessen die Pastoral im Erzbistum Bamberg, in den Seelsorgebereichen und an den einzelnen Orten weiterentwickelt und neu ausgerichtet werden soll.
Die neuen Pastoralen Orientierungen dienen in Verbindung mit den bereits im Jahr 2022 erarbeiteten Pastoralkonzepten den Seelsorgebereichen als Basis für ihre Überlegungen zu eigenen pastoralen Strategien sowie zu innovativen und kreativen Ideen, wie sie künftig vor Ort Kirche sein und ihren Glauben authentisch leben wollen.
Durch ihre inhaltliche Weite eröffnen die Pastoralen Orientierungen bewusst Chancen zum Handeln und Freiräume zum Experimentieren. Machen wir uns weiterhin gemeinsam auf den Weg als eine Kirche, die mit Gottvertrauen in eine gute Zukunft gehen kann.
Geistlicher Impuls "Nicht aus eigener Kraft – sondern aus Gottes Nähe“
„Die Kirche ist in Christus gleichsam das Sakrament“ – Zeichen der Nähe Gottes mitten unter den Menschen.
Diese Worte erinnern uns daran: Kirche beginnt nicht bei Strukturen, sondern bei der Beziehung zu Jesus Christus.
In einer Zeit, in der vieles im Umbruch ist und manches weniger wird, sind wir eingeladen, neu zu fragen:
Wo spüren Menschen durch uns etwas von Gottes Nähe?
Jesus ist seinen Weg gegangen, indem er hingesehen, zugehört und sich senden hat lassen – auch an Orte, die unbequem waren. Er hat Gemeinschaft gestiftet, Menschen ermutigt und darauf vertraut, dass Gott selbst wirkt, auch wenn der Erfolg nicht sofort sichtbar war.
So dürfen auch wir Kirche sein:
• hörend statt belehrend,
• dienend statt verwaltend,
• hoffnungsvoll statt ängstlich.
Nicht alles muss bleiben, wie es war. Nicht alles muss überall geschehen. Aber alles darf aus dem Vertrauen wachsen, dass Gott selbst uns begleitet und unser Tun fruchtbar macht.
Möge der Heilige Geist uns die Freiheit schenken,
loszulassen, was nicht mehr trägt,
Mut zu haben für Neues
und ein waches Herz für die Menschen,
zu denen wir gesandt sind – heute.
